Zurück zur Übersicht
Das Europäische Parlament hat seine Linie zum Digital Omnibus on AI Regulation festgelegt. Teile des AI Act sollen später greifen, zugleich rückt Brüssel Nudifier-Apps stärker in den Fokus.
Das Europäische Parlament hat am 26. März 2026 seine Position zum Digital Omnibus on AI Regulation beschlossen. Das Paket betrifft Anpassungen am KI-Gesetz und enthält zugleich neue Vorgaben für besonders riskante Anwendungen.
Nach dem Beschluss sollen Teile des AI Act für bestimmte Anwendungsfälle später greifen. Parallel sieht die Position ein Verbot sogenannter Nudifier-Apps vor, also Anwendungen, die Personen digital entkleiden oder sexualisierte Deepfakes erleichtern.
Für Anbieter in Europa bedeutet das mehr Zeit bei einzelnen Pflichten, während für Nudifier-Apps strengere Regeln gelten sollen.
Weiterlesen
Der Entwurf soll klären, wann KI-Systeme unter die strengeren Regeln des AI Act fallen. Für Unternehmen in Europa dürfte das die bislang unklare Grenze zwischen regulierter und nicht regulierter KI etwas schärfer ziehen.
Brüssel verhandelt offenbar nicht nur über Regeln, sondern auch direkt über den Zugriff auf Frontier-KI. Das könnte zum Präzedenzfall werden, wie die EU bei Sicherheit und Marktzugang mit den größten Modellen umgeht.
Die Anpassung gibt Unternehmen mehr Zeit für die Umsetzung des AI Act. Für Hochrisiko-Systeme und KI in Produkten wie Aufzügen oder Spielzeug gelten nun spätere Starttermine.
Brüssel rückt zentrale Infrastruktur damit stärker ins Zentrum der Tech-Aufsicht. Für Anbieter entlang der KI-Wertschöpfungskette könnte das neue Vorgaben bei Rechenleistung, Zugang und Marktmacht bedeuten.
Die EU-Kommission hat vorläufige Maßnahmen vorgeschlagen, um Googles Datenteilung mit Dritten unter dem Digital Markets Act zu regeln. Betroffen sind auch berechtigte Anbieter, darunter KI-Chatbots mit Suchfunktionen, was den Zugang zu Suchdaten in Europa neu ordnen könnte.